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Der werkhof in den Medien

Der Kölner Stadtanzeiger berichtete am 23.08.2010 über in seiner Reihe "Märkte und Macher" über Irmina Schmitz:
Zeitungsartikel
... machen bekannt.


Ein Faible für die Lederhose

Lohmar - Auf der Büste im Atelier von Irmina Schmitz hängt ein bodenlanges gelbes Kleid aus Chiffon und Seide. „Das habe ich für eine Freundin genäht, die jetzt heiratet“, erzählt die Modemacherin. „Sie wollte etwas besonderes und ich habe es nach ihren Vorstellungen entworfen“. Irmina Schmitz hat Bekleidungstechnik und Gestaltung studiert und macht seit gut zwanzig Jahren eigene Mode unter dem Label „ichen“. Ichen ist ihr Spitzname, seit sie denken kann; so lag es nahe ihn zum Markenzeichen werden zu lassen. Ihre Modewerkstatt hat sie in einem Fachwerkanwesen in Lohmar-Breidt, das einst ihre Großeltern bewohnten. Mit fröhlich-funktioneller Kinderkleidung machte sie sich in Lohmar und Umgebung nach ihrem Studium bekannt.

Von 2002 bis 2008 musste sie ihre Arbeit dann nahezu ruhen lassen, weil sie ihren an Demenz erkrankten Vater pflegte. „Wenn man als Selbständige einmal so ganz raus ist, ist es schwer, wieder Fuß zu fassen“, hat sie danach erfahren. Doch inzwischen blickt die 47-Jährige wieder voller Tatendrang in die Zukunft. Ein Standbein ihrer Selbständigkeit soll dabei weiterhin die selbst entworfene Mode sein. Schnelle Trends sind aber nicht ihre Sache. „Mode als Selbstzweck das ist nicht mein Ding.“ Schönes Design will sie mit Funktionalität und Nachhaltigkeit verbinden. Darum liebt sie Naturmaterialien wie Leder und Walkware. „Lederhosen sind klasse, Fleckchen wäscht man einfach ab. Die Hosen werden wie eine zweite Haut und passen sich der Körperform an. Sie werden sogar mit den Jahren noch schöner.“

Für Kinder aus dem Waldkindergarten Ellhausen hat sie unlängst Lederhosen aus öko-gegerbtem Leder genäht. Zur Lederhose in Oliv träg sie selbst einen Wickelpulli mit Kapuze aus Walkstoff in Apfelgrün. „Die Walkpullis haben auch das Potenzial Lieblingskleidungsstücke zu werden, weil der Stoff angenehm wärmt und temperaturausgleichend wirkt.“ Es reiche ein schlichter Schnitt, weil das Material von sich aus einfach schön aussehe. Darum sei Mode aus Walk auch zeitlos.

Ein zweites geschäftliches Standbein sind für sie inzwischen wieder ihre Näh- und Kreativkurse. In ihrem großen Dachatelier, das sie in der Tenne über dem ehemaligen Kuhstall eingerichtet hat, gibt es zehn gut beleuchtete Arbeitsplätze. „Die Frauen kommen zum Nähen hierher, ich helfe weiter, wo es nötig ist. Auch dass man hier in einer ansprechenden, schönen Atmosphäre beisammen ist und Gleichgesinnte trifft, schätzen die Teilnehmerinnen. “ Auch an so genannten Ideen-Tagen kann man aktiv werden. Hier können die Teilnehmer in verschiedensten Techniken arbeiten. „Viele versuchen sich dann an Sachen, die sie vielleicht immer schon mal machen wollten. Das kann eine Papierlampe sein, ein Acrylgemälde oder vielleicht auch etwas Gebackenes.“

Denn Brotbacken ist in dem Atelier ebenfalls möglich, es gibt einen „Backes“, der mit Holz geheizt wird. Mit Gestaltung und Handarbeit ist Schmitz schon ganz früh in Berührung gekommen. Ihre Mutter war unter anderem Handarbeitslehrerin. „Wir waren ja acht Geschwister, meine Mutter hat mit uns immer gebastelt und alles selbst gemacht, sofern sie die Zeit dazu hatte.“ Auch in Irmina Schmitz' Haushalt stößt man überall auf Selbstgestaltetes, das gilt für die Vorhänge und Topflappen genauso wie für Lampen und Bilder. Für die Kunststoff-Tischsets hat sie das Ortsschild von Breidt fotografiert und ähnlich wie bei Andy Warhol farblich verfremdet. „Es würde mir schwer fallen, in Sachen zu leben, die nicht individuell gestaltet sind“, bekennt sie.




ichen bei der Arbeit (Fotos: Römer Westarp)
Die Kölnische Rundschau berichtete am 15.11.2006 über die Ausstellung auf dem werkhof ichen:


Mode und mehr aus dem werkhof

Bekleidungsingenieurin lud ihre Kolleginnen zur Ausstellung ein

LOHMAR. Idyllisch im Grünen gelegen ist der werkhof ichen in Lohmar-Breidt, wo die Dipl. Bekleidungsing. Irmina Schmitz unter ihrem Label „ichen“ seit 1991 aus Walkware und Leder elegante, unikate Mode entwirft. Seit sechs Jahren läd die Textilkünstlerin, die in Mönchengladbach studierte, einmal im Jahr weitere Kunsthandwerker für zwei Tage zu einer gemeinsamen Ausstellung in ihr altes, heimeliges Fachwerkhaus ein, wobei die Auswahl der Kolleginnen zu ihrem eigenen Angebot an zurückhaltender, edler Bekleidung und kuscheligen Stoffen passen muß.

Wie z.B. die dekorativen Bändchen der Wuppertalerin Frauke Kafka, die in einer unter Denkmalschutz stehenden Bändchenweberei mit sechs Mitarbeitern auf historischen Maschinen dekorative Bänder nach ihren eigenen Entwürfen webt, die inzwischen weltweit an ein breitgefächertes Kundenklientel vertrieben werden. Heimisches aus dem eigenen Garten servierte Monika Kurth mit ihren selbstgemachten und liebevoll verpackten Marmeladen, Aufgesetzten, Essigen und dekorativen Lavendelsäckchen. Simone Crumb bewies ausgesprochen virtuos, wie vielfältig der Werkstoff Filz einzusetzen ist. Neben Accessoires wie hochfeinen Schals und dekorativen Kappen präsentierte sie auch kunstvoll gewalkte Blüten und weiche Schmuckstücke. Mit einem Schatz aus bunten Glasperlen, die zum Berühren verführten, wartete Birgit Schauer auf, wogegen die Schätze der beiden Goldschmiedinnen Lauren Geissler und Andrea Grauwinkel aus Gold, Silber und naturbelassenen Edelsteinen bestanden - Materialien, mit denen sie beispielsweise ein Collier aus vielfarbigen unregelmäßig geschliffenen Turmalinen schufen.

Der Erlös des zur leiblichen Stärkung im werkhof ichen offerierten Kaffees und Kuchens ging an das Elisabeth-Hospiz in Lohmar-Deesem.(aww)



Mode und mehr präsentierten (von links) Irmina Schmitz, Frauke Kafka, Birgit Schauer, Lauren Geissler, Andrea Grauwinkel, Monika Kurth und Simone Crumb im werkhof ichen. (Foto: Mischka)